Was anziehen zum Vorstellungsgespräch?

Die Frage nach dem passenden Dresscode für Bewerbungsgespräche bereitet gerade jungen Männern auf dem Weg nach oben seit Generationen schlaflose Nächte – und das nicht nur unmittelbar vor einem Vorstellungstermin. Denn egal ob Praktikum, Einsteigerjob oder Young Professional: Der erste Eindruck zählt!

Damit hat das passende Businessoutfit einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf Erfolg oder Misserfolg einer Bewerbung. Auch heute noch. Tatsache.

Bleibt noch zu klären: Was ist denn nun der perfekte Look für den ersten Kontakt mit dem Wunscharbeitgeber – noch immer Anzug und Krawatte? Oder hat sich das mittlerweile ein wenig „entspannt“ und man kann auch mit einem legere(re)n Kleidungsstil im Assessment Center, der Personalabteilung und beim zukünftigen Chef punkten? Die Antwort lautet: Jein!

Anzug und Krawatte im Vorstellungsgespräch – ist das echt noch nötig?

Die Wahl des passenden Outfits fürs Bewerbungsgespräch sollte sich in erster Linie daran orientieren, welcher Dresscode beim zukünftigen Arbeitgeber gelebt wird. Kleiner Haken: Das ist nicht immer einheitlich, sondern meist von Abteilung zu Abteilung und von Position zu Position verschieden!

So gilt zwar in den meisten Unternehmensabteilungen der klassischen Finanz- und Beratungsindustrie noch immer der herkömmliche Business-Code „dunkler Anzug, einfarbiges Hemd, dezente Krawatte und dunkle Lederschuhe zum Schnüren“. Doch sogar in so mancher Traditionsversicherung, Unternehmensberatung oder Bankengruppe hat sich das Bild gewandelt.

Neue Regeln für den Business-Dresscode im Bewerbungsgespräch

Wer nämlich im späteren Berufsalltag ganz unten in der Hierarchie steht, wenig oder keinen Kundenkontakt hat oder sich auf eine äußerst „kreative“ Stelle bewirbt, muss in der Regel heute auch nicht mehr im maßgeschneiderten Dreiteiler (Anzughose, Sakko, Weste) mit handgemachter Seidenkrawatte und sündhaft teuren Lederschuhen zum Vorstellungsgespräch erscheinen.

Turnschuhe, Kapuzenpulli oder kurze Hosen sind dennoch ein absolutes tabu – und das sogar in den meisten, als besonders leger und modern eingestuften Branchen und Unternehmen. Von einigen Ausnahmen wie Facebook, Google oder besonders innovativen, zwanglosen Start-ups mal abgesehen.

Normale Jobs: Die goldene Mitte treffen beim Outfit für den Vorstellungstermin

Für alle, die sich nach Uni, erfolgreicher Ausbildung oder mit der ersten Berufserfahrung in der Tasche für einen Arbeitsplatz im Büro bewerben, gilt: Mit einer dezenten Kombination aus

  • Stoffhose (notfalls auch dunkle bis mittelblaue Jeans, je nach Branche/Unternehmen)
  • gebügeltem, klassischen Hemd (am besten einfarbig weiß, hellblau oder fein kariert)
  • ordentlichem Sakko (knitterfrei, einfarbig und am besten eher dunkel)
  • sauberen Lederschuhen (schwarz oder braun, gerne mit passendem Ledergürtel)

und, je nach Geschmack und Vorliebe, mit einem schicken Einstecktuch oder einer klassischen bis coolen Krawatte (aus Seide oder Wolle, gestreift, kariert, gepunktet – aber bitte kein „lautes“ Paisley- oder Motiv-Muster) kombiniert, macht man nichts falsch. Ganz im Gegenteil.

Klassische Anzugberufe: Hier darf’s bei der Bewerbung auch etwas mehr sein!

Wer es dennoch eher richtig klassisch mag – oder sich für einen der typischen „Anzugjobs“ in einer großen Unternehmensberatung, einer eher „spießigen“ Versicherung oder einen altehrwürdigen Bankhaus bewirbt – sollte dagegen auch outfitmäßig eine Schippe drauflegen.

Denn in den Glastürmen der Hochfinanz gelten noch immer ganz besondere Regeln für das perfekte Business-Outfit zum Vorstellungsgespräch:

  • Dunkler, ein- oder zweireihiger Anzug aus feinem, mittelschwerem Wollstoff (dunkelblau oder dunkelgrau, besser kein Braun oder Schwarz)
  • Optional: passende Weste aus gleichem Material wie Anzughose und Sakko
  • Business-Hemd (darunter: Unterhemd!) mit klassischem Haifisch- oder Kentkragen (bitte nicht Button-down), entweder fein kariert oder einfarbig (weiß oder zarter Pastellton)
  • Unabdingbar: dezent-edle Seidenkrawatte (entweder passender oder Kontrast-Farbton, einfarbig oder mit unaufdringlichem Muster wie Streifen, Microdesign oder einfachem Karo)
  • Gepflegte Lederschuhe mit Ledersohle: Schwarz oder (sehr) dunkelbraun, am besten mit Lochmusterung und geschlossener Schnürung
  • Ledergürtel: Klassisch, passend zum Schuhwerk und mit unauffälliger Schließe
  • Armbanduhr: Elegant, nicht zu sportlich – und entweder mit Stahlband oder zu Schuhen und Gürtel passendem Lederband
  • Optional: Einstecktuch (Macht das klassischen Businesslook zwar „rund“, kann aber in Kombination mit Krawatte auch als „zu viel“ empfunden werden)

Das war’s. Auf keinen Fall zum klassischen Geschäftsoutfit der Management- und Finanzwelt zählen dagegen weiterer Schmuck wie Ketten an Hals oder Handgelenk, sichtbare Piercings oder gar Ohrstecker.

Zudem gehören eine angemessene (eher kurze) Frisur und gepflegte Fingernägel ebenfalls zum perfekten Business- und Bürostil – und das nicht nur bei Bankern.

Hilfe bei der Accessoires-Auswahl benötigt?

Um allen Männern auf dem Weg nach oben die Qual der Wahl, zumindest bei den passenden Accessoires für das perfekte Outfit zum Bewerbungsgespräch, zu erleichtern, haben wir ein paar tolle Ideen für Krawatten, Einstecktücher & Co. in unserer Rubrik Accessoires fürs Vorstellungsgespräch zusammengestellt. Am besten gleich ansehen!